Abschlussjagd Saison 2017 am LLZ Ansbach

Zum letzten Mal in diesem ereignisreichen Jahr 2017 trafen sich die Freunde des Schleppjagdreitens in Franken am Landesleistungszentrum in Ansbach um hinter dem Schleppjagdverein Frankenmeute gemeinsam zu jagen. Nachdem bereits das ganze Jahr eine Schar fleißiger Jagdreiter hier unter der Anleitung von Klaus Eikermann und seinem Team regelmäßig mit ihren Pferden trainiert hatten, der Jagdreiterlehrgang und dessen Abschlussjagd hier stattfanden, da war es irgendwie fast schon zwangsläufig auch die Jagdsaison 2017 hier ausklingen zu lassen. Schön, dass die Jagdreiterei in Franken hier auch ein „ausbildendes“ Zuhause gefunden hat.

 

Gastgeber Klaus Eikermann stellte der Jagdgesellschaft die kleine Reithalle mitsamt Vorraum und beheizbarem Stüberl zur Verfügung und so erklangen in diesem Jahr zum zweiten Mal Jagdhörner am LLZ. Die Schanzer Parforce aus Ingolstadt waren dieses Mal so nett und umrahmten die Jagd mit ihrer Musik, unterstützt von Kyra Jedlitschka und Dr. Armin Kirchdorfer. Bei dem doch recht frischen Wetter und strammen Wind keine Kleinigkeit und darum an dieser Stelle ein besonderes „Danke schön“ an die Bläser, die dem Wetter trotzten und die Jagd so schön mitgestalteten. Die Jagdgesellschaft stärkte sich am Buffet mit deftigem und Süßem und ein bisschen Wehmut war schon zu spüren: ein letztes Mal in diesem Jahr werden wir gemeinsam hinter den Hunden reiten. Danach… ja danach kommt der Winter, der das Jagdreiterjahr abschließt.

 

Ganz entspannt und relaxed sollte diese letzte Jagd sein, eher stand das Zusammenkommen der Franken- Freunde im Vordergrund. Klug gewählt war die Strecke dann auch kurz und knackig. Zum Abritt sammelten sich die Reiter auf dem großen Springplatz und alle trabte die Pferde erst einmal warm, bevor es nach der offiziellen Begrüßung und dem Holen der Hunde gleich auf die erste lange Schleppe direkt am Geländeparcours des LLZ losging. Schnell bewahrheitete sich was sich manch einer schon gedacht hatte: so spät im Jahr kann der Fränkische Lehmboden an manchen Stellen schon recht tief werden, da er das Wasser zwar gut aufnimmt, aber eigentlich nimmer wieder hergeben mag – typisch fränkisch könnte man sagen. Fünf Schleppen wurden abgejagt, davon einige recht lang, und diese sollten dann auch genug sein. Zum kurzen Getränkestopp waren dann auch alle zufrieden und bester Laune.

 

Die Beagles zeigten sich einmal mehr in bester Kondition und sausten wie in diesem Jahr immer die Schleppen in hohem Tempo spurgetreu ab. Müde zeigten sie sich am Saisonende, nach so viele Jagden nicht, eher zeigten sie den gleichen Eifer wie zu Beginn der Saison, obwohl sie dieses Jahr wirklich sehr viel geleistet haben. Der wahre Beagle bekommt eben vom Jagen nie genug! Gut so!

 

Und so führten die Hunde die Reiter zurück auf die Geländestrecke am LLZ wo so mancher Reiter mit seinem Pferd nochmal die Sprünge nahm und ein letztes Mal durchs Wasser galoppierte.

 

Ein letztes Mal… für zwei wahre Freunde sollte es die letzte gemeinsame Jagd sein. Rainer Herbst verabschiedete vor dem Curée sein Pferd Raureif aus dem Sport. In bewegenden Worten mit schwerer Stimme dankte Rainer dem Fuchs für seine zwanzigjährige Treue und Kameradschaft. „Nach 10 Jahren im Sport haben wir begonnen Jagden zu reiten, nach 150 Jagden habe ich aufgehört zu zählen!“ erzählte Rainer. „Mehr als 20 Reiter hat er brav durch Jagden getragen“, man kann sich denken, dass diese Reiter nicht alle bereits Jagdprofis waren, sondern der ein oder andere sich auf dieses Ausnahmepferd verlassen musste und auch konnte. Pferde die ihren „Job“ beim Hochleistungssport Jagdreiten kennen und können, egal wie erfahren der Copilot da oben auch sein mag, zeichnen sich aus durch einen einwandfreien, leistungsbereiten Charakter und große Klugheit. Auch wenn man es ihnen von außen, wenn sie denn in die Jahre gekommen sind, nicht immer ansehen mag, Pferde wie „Schnucker“ hinterlassen eine Spur der Freude und Freundschaft im Herzen ihrer Reiter. Und weil alle Jagdreiter, die den bewegenden Dankesworten von Rainer an seinen Raureif lauschten, das ganz genau so fühlen mit ihren eigenen Pferden, blieb kein einziges Auge trocken und das ein oder andere Schniefen das man hörte, war nicht dem Wetter zuzuordnen.

 

Den Hunden wurde im Anschluss für ihre tolle sportliche Leistung gedankt und zum Curée saßen die Reiter ab um Jagdknopf und Brüche entgegen zu nehmen. Nach dem Versorgen der Pferde und Hunde stand dann auch in der Reithalle gleich der nächste Abschied an.

 

Nachdem Master Uwe Hochbrückner seiner Equipage herzlich für die Arbeit und das Engagement gedankt hatte, musste er ein Mitglied aus den Reihen gehen lassen.

Das langjährige, sehr aktive Mitglied der Equipage Christina Bauer, verlässt die Equipage schweren Herzens mit dem Ende der Saison 2017. Nahezu jedes Wochenende für den Verein unterwegs zu sein, sei es im Hundetraining, bei Roadshows, Meutepräsentationen und allen Jagden macht sicherlich wahnsinnig viel Spaß, wenn man den stets lachenden Gesichtern der Equipage glauben darf, aber es ist eben auch ein sehr sehr großer Aufwand. Christina Bauer will nun mit ihrer eigenen Turnierkarriere durchstarten und vor allem ihren eigenen Reitbetrieb weiter aus- und aufbauen. Dafür wünschen ihr der Master Uwe Hochbrückner, die Equipage und das Präsidium der Frankenmeute ganz viel Glück und Erfolg!

 

 

Liebe Chrissi, wir danken Dir für Dein Engagement und Deinen großen Einsatz für die Meute und den Verein. Wir werden Dich und Dein ansteckendes, schönes Lachen wirklich vermissen. Wir wünschen Dir alles Gute für Deine Zukunft!

 

 

Im Anschluss wurde wieder herzlich gelacht da Präsident Dr. Armin Kirchdorfer es sich nicht nehmen ließ, auch die Helfer nach vorne zu holen und mit einem Blumenstrauß zu erfreuen, die eigentlich immer lieber im Hintergrund bleiben: Houndslady Birgit Hoepffner und ihrer „rechten Hand“ Karin Fleischmann dankte er für das unfassbar große Engagement, die Hege und Pflege der Hunde und so vieles mehr, das im Hintergrund von Ihnen geleistet wird. Für die Jagdreiter ist der jede Jagd begleitende Meutebus ein vertrauter Anblick, beinahe eine Selbstverständlichkeit, aber dahinter steckt eine langjährige, nachhaltige Zusage an die Meute und unglaublich viel Arbeit. Zeit auch hier ein großes „Danke schön!“ zusagen.

 

Danach wärmte ein deftiger Eintopf die Reiter wieder auf und gemeinsam ließ man die Jagden der Saison Revue passieren, sportlich herausfordernde, familiäre, anfängertaugliche, geschichtsträchtige und solche die in der Fremde bei Freunden stattfanden.

 

Insgesamt ein gutes Jahr, das Jagdjahr 2017.

 

 

Bilder:

 

 

 

Doris Frank-Schneider

 

Hermann Zacher

 

 

 

Text: Reinula Böcker

 

 

Und ganz lieben Dank für die tollen Blumen!