SAISONERÖFFNUNG 2020 IN tRAUTSKIRCHEN

 

Am Sonntag den 06.September hieß es „Herzlich willkommen zur Saison 2020“ beim Reitverein Trautskirchen. Im März diesen Jahres hätte doch keiner daran geglaubt, dass die Jagdsaison 2020 auf der Kippe stehen könnte. Und doch tat sie es. Jedoch, durch das Engagement von Anja Raatz und dem Team des Reitclubs Trautskirchen war der Start in diese besondere Saison möglich.

 

Waren die letzten Jahre in Trautskirchen davon geprägt ein hervorragendes Frühstücksbuffet durch viele Hände der Vereinsmitglieder zu zaubern, so bedeutete in diesem Jahr bereits die Erlangung der Erlaubnis für Durchführung der Schleppjagd viel Aufwand. Hygienekonzepte wurden in Zusammenarbeit mit der Frankenmeute erarbeitet und eingereicht. Telefonate mit den örtlichen Behörden geführt. Emails geschrieben und weitere Telefonate geführt. Ein immenser Aufwand, bei dem man sich trotz allem immer wieder die berechtigte Frage gestellt hat, ob es denn wirklich notwendig sei in diesem Jahr überhaupt eine Schleppjagd durchzuführen.

 

 

Dann die bangen Fragen: Können die Vorgaben der erarbeiteten Hygienekonzepte eingehalten werden. Wie reagiert die Jagdreitergemeinschaft auf Mund-Nasenschutz, Abstandsgebot, Infektionsschutzbürokratie, Verpflegung to go? Geht den Veranstaltungen das herzliche Flair verloren? Wird gar das erste Event im Jagdreiterkalender der Frankenmeute zum Spreader- Event? Die Zweifel waren groß und doch konnte in Trautskirchen wieder einmal gezeigt werden wie es geht.

 

Anmeldung vorab. Zwei kontrollierte Zugänge zum Stelldichein. Desinfektionsmitteln an beiden Eingängen. Das Nachbargebäude des Vereinsheims wurde kurzer Hand zum Go-In umfunktioniert. An einem Fenster wurden Getränke gereicht und am anderen Essen to go. Und auch hier haben die Trautskirchener bewiesen, dass man sogar belegte Laugenstangen derart kreieren kann, dass selbst hier die Gäste ins Schwärmen geraten können.

Über 40 Reiter trafen an diesem Sonntag Morgen in Trautskirchen ein und schnell waren all die Zweifel begraben. Es zeigte sich, dass auch vieles von dem Neuen bei den Jagdreitern gelebte Normalität ist. Dass man sich z.B. auch bei den Begrüßungen nicht mehr umarmen darf, fällt natürlich schwer und doch war es schon irgendwie Normal. Präsident Armin Kirchdorfer ging in seiner Begrüßung auch darauf ein und bedankte sich bei allen Gästen für diese Disziplin, die es aber auch braucht um den Mut aufzubringen Schleppjagdveranstaltungen im Pandemiejahr zu organisieren und durchzuführen. Dazu bedankte er sich ebenfalls noch einmal bei Anja Raatz und ihrem Team für den Mut Erstveranstalter und damit Vorreiter für alle weiteren Veranstalter zu werden. Zudem galt ein besonderer Dank Herrn Innenstaatssekretär Gerhard Eck und seinem Team für die Unterstützung im Vorfeld.

 

Bevor es sodann auf die Strecke ging erhielt der Reitverein Trautskirchen noch eine besondere Zuwendung durch die Vertreter der Sparkasse Trautskirchen im Wert von 1000 €. Auch hier wurde nochmal im Besonderen das Engagement des Reitclubs im sozialen Leben von Trautskirchen hervorgehoben.

 

 

Bevor es sodann auf die erste Schleppe ging, rief Master Uwe Hochbrückner noch zu einem kräftigen Horrido auf die Beagles der Frankenmeute und unseren so wunderbaren Sport in Rot.

 

 

Auf neun herrlichen Schleppen mit ausgesprochen liebevoll, jagdlichen Sprüngen durften sämtliche Jagdreiterherzen höher schlagen. Wiesen wurden teilweise sogar durch die örtlichen Landwirte im Vorfeld gemulcht. Dafür gebührt an dieser Stelle auch ein außerordentlicher Dank. Die Schleppe wurde in diesem Jahr, fast schon traditionell von Mandi Fichtelmann begleitet von Dr. Armin Kirchdorfer gelegt. Schnell mußten die beiden sein, denn die Frankenbeagles zeigten bereits zum Saisonstart, dass sie trotz des Trainingsrückstands vom Frühjahr mit ihren Spürnasen den Cent in ebenso schnellem Tempo aufnehmen konnten.

 

 

Das Jagdfeld wurde vom zweiten Vorstand des Vereins und Pikörin der Frankenmeute Regina Wick, begleitet von ihren beiden Seitenpikören Manne Keckeisen und Rainer Herbst angeführt und das Jagdfeld zeigte Schleppjagdreiten par excellence.

 

 

Gemeinschaftlicher Rhythmus, Respekt, Kontrolle und vor allem viel Freude! Das sind die Punkte, welche Jagdreiten so wunderbar machen und die es auch immer wieder Neueinsteigern ermöglichen genau diese Freude zu erleben. Auch Laura Bauer (acht Jahre) durfte in diesem Jahr mit ihrem tollen Pony „Cindy“ und ihrer Mama Kristina Bauer, ehemalige Pikörin der Meute und Vielseitigkeitsreiterin, einen beeindruckenden ersten Jagdtag erleben. So macht der Einstieg zum Jagdreiten doch Spass!

 

 

Gar manch Erwachsener hätte sich mit liebevoll, neidvollem Blick eine solche Mama mit Pony gewünscht. Doch natürlich kann es auch passieren, dass selbst ein erfahrener Jagdreiter mal Kontakt mit dem Boden aufnimmt- so geschehen und glimpflich abgegangen. An dieser Stelle auch nochmal herzliche Genesung dem Piloten.

 

Zur Curée konnte man in allen Gesichtern die Freude des Jagdreitens sehen. Bei genauem Hinsehen konnte man in vielen Augen sogar die doppelte Freude sehen. Eine Pandemie vergessen ist nicht möglich und deshalb wog besonders für diese Saisoneröffnung die Freude doppelt so groß. Es war ein herrlicher Start in die Jagdsaison 2020!