Schleppjagd Zeitz

Am 8. Oktober lud der Reitverein Zeitz- Bergisdorf zum 39. Mal ein zur Schleppjagd. Aus bekannten Gründen viel die Traditionsjagd in Zeitz in den Jahren 2020/2021 aus. Die Pandemiejahre stellten viele Vereine vor ganz neue Herausforderungen. Schwindende Mitgliederzahlen, das Wegfallen von Traditionsveranstaltungen, ect. Nicht so beim Reitverein Zeitz- Bergisdorf unter der Führung von Ernst Ebenhoch, der am 26.06.2022  zum Ehrenbürger der Stadt Zeitz ernannt wurde. Eine Ehre, die ,wie wir finden, vollkommen zu Recht an Ernst Ebenhoch verliehen wurde. Selten finden sich noch Menschen mit so viel Energie, Motivation und Engagement für einen Verein. Deshalb an dieser Stelle auch nochmal von uns die allerbesten Glückwünsche zu diesem Ehrentitel. 

Das Ausmaß dieses herausragenden Engagements zeigte sich uns bereits bei der Anreise am Samstagmorgen. Der Reitverein, der im Jahr 1871 gegründet wurde und seit 1990 unter der Führung von Ernst Ebenhoch ist,  war im letzten Jahr in seine neue Anlage an der Friedensstraße  umgezogen. Eine herrliche und hochmoderne, wahrscheinlich eine der modernsten Reitanlagen des Burgenlandkreis und auch Sachsen-Anhalts, mit Ebbe-Flut-Außenplatz, einer großen, hellen Reithalle, Aktivstall, ect. ect. ect. Überwältigend!

Wie auch in den Jahren zuvor, so startete auch dieser Jagdtag mit einer bewegenden Hubertusmesse im Dom St. Peter und Paul (Moritzburg Zeitz). Musikalisch umrahmt wurde auch in diesem Jahr die Messe in der schönen gotischen Hallenkirche mit barocken Elementen durch das Paforcehorncorps „Diana Gera e.V.“. Die Erbauung des Doms geht bis in das 10. Jahrhundert zurück und so ist die geschichtsträchtige Atmosphäre auch in diesem Gottesdienst wieder zu spüren. 

Nach der Messe trafen sich Jagdgäste und Meute auf der Anlage des Reitvereins. So war auch die Freude sehr groß, dass wir in diesem Jahr auch wieder unsere Jagdfreunde aus Detmold begrüßen durften. Gemeinsamen staunten wir nun weiter über die wunderbare moderne Reitanlage des Vereins. Bei Brötchen, Kuchen und Kaffee war bestens für das leibliche Wohl gesorgt.

Um 11.30 Uhr wurde schließlich zum Aufbruch zur Jagd geblasen. Im Schritt ging es von der Reitanlage hinunter nach Großosida und von dort ging es auf die ersten Schleppen auf die Höhen bis nach Raba. Rießige abgeerntete Felder wechselten sich ab mit unberührter, fast schon wilder Natur. Was bei Master Uwe Hochbrückner und seiner Equipage, unterstützt durch Thomas Harting (FM)  gelegentlich zur Anspannung führt. Denn in den Rainen und Hecken verstecken sich häufig Rehe und Hasen. Würden diese nun aus Reflex den Schutz des Dickichts fluchartig verlassen, so wären Master und Equipage gefordert. So viel vorne weg, wirr hatten Glück! Kein Wildkontakt an diesem herbstlichen Tag und die Beagles der Frankenmeute jagten in gewohnt professioneller Art die Trittsiegelspur aus. Den Cent legten in diesem Jahr Regina Wick (FM) und Kathrin Kötzsch (RV Zeitz). Angeführt wurde das Jagdfeld von Max Harting. Es ging auf vier Schleppen vorbei an Schlottweh nach Ossig. Dort konnten sich die zahlreichen Zuschauer, die auf den Kremserwägen mitfuhren, und auch die Jagdreiter mit einer deftigen Kartoffelsuppe stärken. Von dort ging es schließlich wieder durch den schönen Wiesengrund zwischen Ossig und Raba zurück nach Zeitz. Nach acht Schleppen wurde zum Halali gerufen. 

Das Curée mit feierlicher Bruchverteilung wurde auf der Anlage des Reit- und Fahrvereins Zeitz gefeiert. Der Wettergott war auch an diesem Tag gnädig mit uns und so fand ein schöner Tag, der 39. Jagdtag einen harmonischen Ausklang. 

Text und Bilder: FM