Die Schleppjagd in Bad Königshofen, wirft schon lange bevor sie stattfindet, ihr Schatten voraus. Es werden Hotelzimmer gebucht. Pferdeboxen für Gastpferde organisiert und belegt und die ersten Anmeldungen trudeln bereits im Juli ein. Und so war es nicht verwunderlich, dass unsere Jagdherrin Katrin Püschel (Bad Salzuflen) bereits Samstagabend zum gemeinsamen Entrée im Hotel „Vier Jahreszeiten“ ihre Jagdgäste zahlreich begrüßen konnte.
Am Sonntag 28. September war es dann soweit. Bereits um 5.45 Uhr klingelte der Wecker im Hause Hochbrückner. Nach und nach fanden sich die Familienmitglieder in der alten Küche ein, denn über 200 Brötchen und vier Laibe Brot mussten für das Jagdfrühstück belegt werden. Insgesamt 4 kg Bierschinken, 4 kg Salami und 3 kg Käse fanden ihren Platz auf den, frisch vom Bäcker geholten Brötchenhälften und es gesellten sich noch Eier, Petersilie und Gürkchen zu ihnen hinzu. Im nu verging die Zeit, nicht zuletzt deshalb weil des Masters erste Pikörin, Anina Stosch, bereits in den frühen Morgenstunden für gute Laune sorgte.
Bis zum Stelldichein im Sportheim wurden, die von Oma Ursula liebevoll gestalteten Tischgestecke an Ort und Stelle gebracht, die Vereinsfahnen wurden aufgehängt, Sektgläser gefüllt und Master und Jagdherrin brachten sich in Position. Die beiden ließen es sich nicht nehmen, alle ihre Gäste gemeinsam zu begrüßen.
Dabei ist zu erwähnen, dass unsere Jagdherrin Katrin Püschel ein wahrer Sonnenschein und die personifizierte Gute Laune ist. Das Amt der Jagdherrschaft verdankt Katrin ihrem lieben Mann Martin. Anfang Dezember letzten Jahres nahm er Kontakt zur Meute auf, mit dem Anliegen, die Jagdherrschaft für die Schleppjagd in Bad Königshofen seiner Frau zu Weihnachten schenken zu wollen. „Sie hat doch alles im Leben und sind wir mal ehrlich, was soll Mann einer Frau wie Katrin denn sonst zu Weihnachten schenken, als wunderschöne Zeit“, so Martin in unserem ersten Telefonat. Dazu sei noch zu sagen, dass zwischen Uwe, Armin, Katrin und dem Rest der Luhmühlener Lehrgangstruppe seit Jahren eine innige Freundschaft besteht, jedoch bis dato ein offizielles Treffen mit Martin nie stattgefunden hat. Dennoch passte, wie solls auch anders sein, die Chemie zwischen Schenkendem und dem Geschenk auf Anhieb. Nebenbei bemerkt, in der Zwischenzeit hat ein Face-to-Face Treffen mit Martin stattgefunden. Daumen hoch! Lieber Martin wir sind dir sehr dankbar für diese wunderbare Idee!
In ihrer Begrüßungsrede merkte man, der sonst so lebenslustigen Westfälin an, dass sie obwohl ihr Mann (wegen der Tiere zu Hause) nicht anwesend sein konnte, sie ihn dennoch sehr nahe hatte und auch sichtlich gerührt war, das Jagdherrenamt und diese Ehre tragen zu dürfen.
Neben den zahlreichen Jagdreitern aus dem Bundesgebiet, trafen auch zahlreich die Bläsergruppen ein, namentlich die Reiterlichen Jagdhornbläser aus Nürnberg, die Parforcehorngruppe Grenzenlos (mit Bläsern aus München, Ingolstadt, Aschaffenburg) und die Rallye Trompes franconiennes (mit Bläsern aus dem gesamten Bundesgebiet). In seiner Begrüßungsrede war Hausherr und Präsident Dr. Armin Kirchdorfer bewegt von dieser Klangfülle und als begeisterter Musikfreund über die Maßen erfreut. Sein größter Dank galt in diesem Jahr allerdings der wohl wichtigsten Person im Hause Hochbrückner: Ursula Hochbrückner. Sie feiert seit Jahren meist kurz vor der Jagd oder wie in diesem Jahr am Jagdtag ihren Geburtstag! Trotzdem unterstützt sie uns jedes Jahr zur Jagd mit einem sehr großen Herz. Ob Eier kochen, Obatzten machen, Kuchen backen, ect. sie ist da und ist Sonntag früh die erste, die in der Hochbrückner`schen Küche steht und hilft das Frühstück vorzubereiten. Liebe Ursula, an dieser Stelle noch einmal alles, alles Liebe zum Geburtstag und DANKE!
Kirchdorfer bedankte sich neben der Familie, die Jahr um Jahr gemeinschaftlich zum Gelingen dieser Großveranstaltung beiträgt besonders bei Alfons Kuhn, für die Unterstützung beim Streckenaufbau, ebenso bei Bürgermeister Thomas Helbling und der Stadt Bad Königshofen, für die phantastische Unterstützung Rund um das Event, zudem bei den Landwirten und den Jagdpächtern für einen sehr unproblematischen Umgang und den Damen und Herren vom Roten Kreuz, für ein Gefühl der Sicherheit auf der anspruchsvollen Strecke rund um Bad Königshofen.
Kurz vor zwölf wurde das Jagdfeld unter der Feldführung von Daniel Wascher (Landgestüt Redefin) mit seinen beiden Seitenpikören (Sophia Hümmer und Max Ort) unter den Kastanien im Kurgarten der Stadt Bad Königshofen mit Master Uwe Hochbrückner seiner Equipage (Anina Stosch, Marie, Hess, Elena Hochbrückner, Christine Wägelein) und den Beagles der Frankenmeute zusammen geführt.
Bevor es auf die erste der neun sportlichen Schleppen ging wurde die Jagdgesellschaft noch von Bürgermeister Thomas Helbling begrüßt und mit den besten Wünschen auf die Jagd geschickt.
Die Schleppe wurde in diesem Jahr von Jagdherrin Katrin Püschel, in Begleitung von Dr. Armin Kirchdorfer und Nina Schultes gelegt. Wie auch in den letzten Jahren zeichnete sich die Königshöfer Jagd durch ihre Sportlichkeit in Kombination mit perfekt, positionierten Bläsergruppen aus, ohne dabei aber den Charakter der traditionellen Schleppjagd zu verlieren. Ein wahres Highlight!
Uwe Hochbrückner und Armin Kirchdorfer legen extrem hohen Wert darauf, dass sich alle Reiter auf der Strecke wohlfühlen sollen. So werden die Sprünge mit fließendem Übergang stets so gebaut, dass eine Seite bis zu einer Höhe von 105 cm, die andere Seite bis 85 cm angeritten werden konnten.
So ist für den jeden etwas dabei, so Uwe Hochbrückner.
Im nu waren die neun Schleppen geritten und nicht nur die Reiter und Reiterinnen waren mehr als begeistert sondern auch die Zuschauer. Dieses Bild der Hunde und dieses harmonische Jagdfeld war einfach eindrucksvoll. Ich bin wahnsinnig beeindruckt, so Kathi Roth aus Ermershausen. ´
Wir bedanken uns bei allen Gästen, Bläsern für diesen wunderbaren, gemeinsamen Tag!
Text: Frankenmeute
Fotos: Doris Frank-Schneider und Frankenmeute