Wald/Altmühlsee- Am 20. September hieß es wieder einmal „Welcome to Bavaria our american friends“ Bereits zum 8. mal luden Geraldine und Matthias Schwarz ihre befreundeten Jagdreiter zu der diesjährigen Kerwajagd nach Wald ein.
Unter den Gästen befand sich auch der 91 jährige Percy, der es sich nicht hat nehmen lassen in diesem Jahr mit nach Franken zu reisen. In Lettland geboren, während des Krieges in Hamburg aufgewachsen, ist er in den 50er Jahren nach Südafrika ausgewandert um sich schließlich in den USA/Kalifornien niederzulassen. Immer waren die Pferde sein wichtigstes im Leben. Er hat unter anderem in seiner Reiterkarriere den deutschen Trainerschein und kennt somit alle deutschen Landes Reit- und Fahrschulen, an denen er regelmäßig Lehrgänge absolviert hat. Zudem ist er in seiner Reiterlaufbahn in zahlreichen anderen Reitinstituten auf der Welt geritten.
So hat er doch ernsthaft versucht seine Reitstiefel an seiner Ehefrau, für die Abreise, vorbei zu schmuggeln um so vielleicht doch noch die Kerwajagd mit reiten zu können. Auch am Jagdtag stand er stets an unserer Seite und interessierte sich sehr für unsere Meutearbeit, die Pferde und die Ausbildung. Ein toller Mensch!
Neben den Gästen aus Amerika, den Reitern und Reiterinnen aus der Region, konnte Matthias auch noch den aus der Inneren Mongolei stammenden Yinana begrüßen, der mit uns an diesem Tag seine erste Schleppjagd ritt.
Bei wunderschönem Altweibersommer- Wetter bließen die Reiterlichen Jagdhornbläser zum Stelldichein und der Rendezvous-Platz füllte sich. Ca. 25 Jagdreiter fanden sich ein und begrüßten unsere Meute mit dem Master Uwe Hochbrückner und seiner Equipage mit einem dreifachen Horrido.
Wieder hat Matthias eine sehr schöne Jagdstrecke zusammengestellt. Mit den ersten Schleppen entlang des sommerlichen Altmühlsees, ging es vorbei an Unterwurmbach weiter Richtung Unterhambach. Wiesenschleppen wechselten mit geschlungenen Waldschleppen auf einzigartig, federndem Boden. Die amerikanischen Jagdgäste, die nicht zu Pferd mit reiten konnten, begleiteten die Jagd auf der Kutsche von Jörg Puschban. Mit seinen Porzellanschecken chauffierte der erfahrene Turnierfahrer seine gut gelaunte Entourage sicher durchs mittelfränkische Gelände und so war die Freude für Percy und seine Freunde groß. Was für ein Erlebnis. Nach zehn sehr abwechslungsreichen Schleppen wurde auf der Halalischleppe noch einmal durch den Geländeteich der Reitanlage geschleppt und so kamen alle mit einem mehr als freudigem Jagdreitergesicht zum Curée an. Percy meinte während der Curée, „ Das war heute mit 91 Jahren mein letztes Hurra. Jetzt werde ich meine Reitstiefel an den Nagel hängen!“ Ein wahrlich schöner Tag fand so im Hotelrestaurant seinen Ausklang.
Wir wünschen allen amerikanischen Gästen eine gute Heimreise und freuen uns auf ein Wiedersehen im nächsten Jahr. Vielen Dank an Geraldine und Matthias und Familie Schwarz für dieses herrliche Event.
Text: Frankenmeute
Bilder: Doris Frank-Schneider