Am 19. Oktober war die Frankenmeute wieder auf der Festung Wülzburg zu Gast. In den letzten Jahren hatte die Wülzburg und die dazugehörige Schleppjagd seine Gäste immer wieder in einen ganz speziellen Bann gezogen und für Master Uwe Hochbrückner gehört sie zu den ganz besonderen Jagden. In diesem Jahr war sie noch spezieller, denn unser Präsident Dr. Armin Kirchdorfer hat die Jagdherrschaft für dieses einzigartige Event übernommen. Bereits im Vorfeld zur am Sonntag stattfindenden Jagd hatte Jagdherr und Organisator mehrere schlaflose Nächte, denn wie sollten die knapp 30 Pferdeanhänger (laut Anmeldung) auf dem Parkplatz untergebracht werden. Gemäß dem Motto, es gibt keine Probleme nur Lösungen, wurde unser Präsident besonders durch das Rathaus in Weißenburg unterstützt. Oberbürgermeister Schröppel ist jedes Jahr begeistertet, dass die Festung Wülzburg, die ganz ursprünglich, bedeutend kleiner als in ihrem heutigen Ensemble, als Jagdschloss erbaut wurde, durch die Frankenmeute neuen und ebenso alten Glanz eingehaucht bekommt. So wurde die Parkplatzsituation durch Sonderparkausweise für die Equipage und die Meute gelöst und durch die professionelle Einweisung durch Rainer Herbst, hätten sogar noch etliche Pferdeanhänger mehr Platz zum Parken gehabt. 

Zum Stelldichein trafen weit fast 40 Jagdreiter auf dem Festungshof ein und konnten sich erst einmal mit Herzhaftem und Süßem stärken. An dieser Stelle ein ganz herzliches Dankeschön an Armin’s Familie, die am frühen Sonntagmorgen liebevoll, gestaltete Wurstbrötchen, Käsebrote und Brote mit Obatz’n belegt hatten. Und auch die Equipage der Frankenmeute hatte wieder einmal unter Beweis gestellt, dass sie phantastische Bäcker sind. 

„Wenn ich hier so in die Runde sehe, sehe ich viele Menschen die bereits eine Jagdherrschaft übernommen haben. Die Beweggründe sind dabei sehr unterschiedlich. Mal ist es ein Geburtstag, mal ein Hochzeitstag, mal ein Jubiläum. Ich habe die Jagdherrschaft für diese besondere Schleppjagd übernommen, weil ich dankbar bin, dass alles so geblieben ist, wie es war“, so unser sichtlich gerührter Präsident. Nach einem Reitunfall im April, bei dem er sich schwere Verletzungen in der Halswirbelsäule zugezogen hatte und mehrmals operiert werden musste, war es nicht klar, dass er in diesem Jahr noch einmal Reiten kann. Er bedankte sich auch hier von Herzen, bei Uwe, der ihn, solange es möglich war gebremst hat, ihn aber auch in jeglicher Form unterstützt, gerade auch mit seinem „neusten Hobby“: Sein Minishetty-Viererzug. 

Ein besonderer Dank galt auch den Bläsern der Trompes franconiennes, die diesen Tag auch wieder zu einem besonderen werden lassen sollten und es hörte sich fast schon wie eine Prophezeiung an, dass er sich einiges für die Bläser im Gelände überlegt hatte. Sodann ging es zum Stelldichein zu Pferd. Das Jagdfeld zog , unter der Führung von Rainer Herbst, zu feierlichen Klängen durch das große Portal in den Festungshof ein und mit der Jagdfanfare „Geläut der Frankenmeute“ wurden die Beagles der Frankenmeute unter der Führung von Master Uwe Hochbrückner mit seinen Pikören Anina Stosch, Michael Hess und Dr. Armin Kirchdorfer (Schleppenleger) den Gästen präsentiert. Bereits hier zog uns das Bild der Reiter, der Pferde, der Hund und der Bläser inmitten des alten Festungsgemäuer irgendwie in seinen Bann. Als sich dann das Jagdfeld, das große Portal und den eindrucksvollen Burggraben passierend auf die erste der elf Schleppen begab war dies sehr erhebend. Herrliche bunte Wälder auf den Höhen des fränkischen Jura.

Nach der dritten Schleppe gleicht diese Schleppjagd einem wahren Feuerwerk. Ein Wiesenschleppe nach der anderen mit dem ach so typischen Landschaftsbild zwischen Oberhochstatt und Burgsalach. Die „Langen Bieden“ ein herrliches Wiesental knackte die Reiterherzen. Laute und spurtreue, phantastische Beagles, die natürlich auch hier wieder auf Trittsiegel geführt wurden. Und man mag es nach all den Jahren nicht glauben, es gibt immer noch Jagdreiter, die immer noch überrascht sind, wenn wir ihnen die eigentliche Leistung unserer Hunde erklären müssen. In der Talsohle wurde der Scent abgejagt und von oben wurden wir durch die Trompesbläser auf der Schleppe begleitet. Traumhaft! Nach der sechsten Schleppe wurde für unsere Gäste eine kleine Pause eingelegt, um schließlich sofort wieder auf der nächste Schleppe loszulegen. Beim Anlegen wurde hier eindrucksvoll durch ein Video, das wir von einem begeisterten Gast erhalten haben, die Qualität dieses disziplinierten Jagdfelds dokumentiert. Perfekt im Apell stehende Hunde wurden auf die Schleppe geschickt- wohlgemerkt sei zu erwähnen, dass auf derselben Wiese bis gerade eben noch die Jagdreiter im Schritt reitend pausiert hatten, isolierten die Hunde den neuen Scent aus den zahlreichen Hufspuren heraus und jagten auch diese Schleppe einfach hervorragend aus. Wir sind einfach stolz auf unsere Hunde! 

Für unsere Jagdreiter und ihre tollen Pferde waren 12 Sprünge aufgebaut. An dieser Stelle auch nochmal ein ganz großes Dankeschön an Armin und seine Baucrew (Jan, Jonas, Lorin und Ludwig) Schleppe um Schleppe wurde geritten und es war einfach herrlich für Zuschauer (Autokolonne Andrea Walter), Reiter, Pferde, Bläser und Hunde. 

Und dann war sie da, die letzte Schleppe des Tages. Neudeutsch würde man sagen, „krass“. Der Einzug der Jagdgesellschaft in den Festungshof wurde wieder eindrucksvoll durch die Bläser der Trompes franconiennes begleitet. Gänsehautfeeling pur!

 

Wir möchten ihnen an dieser Stelle als ihre Schreiberlinge sagen, dass uns lediglich die richtigen Worte fehlen um die wahren Emotionen zu beschreiben und wir möchten ihnen sagen, dass das Erleben bei weitem besser ist, als das Lesen! 

Ja und wir können sagen, bei der Bruchverteilung durften wir in lauter glückliche Gesichter blicken und wir sind sehr dankbar, dass alles so geblieben ist, wie es war. 

Foto: Doris Frank-Schneider