Nürnberger Wochenende

Es sollte ein Nürnberger Wochenende werden, am Samstag, den 19.08. war die Frankenmeute zur Schleppjagd in Tattersall geladen und am Sonntag, den 20.08. fand die Präsentation der Meute beim Knoblauchsländer Pferdetag an.

Nur der Wettergott meinte es zu gut und die Wetterprognosen für das fränkische Wochenende waren purer Sonnenschein und Temperaturen um die 35°C. Zum Wohl von Hund, Pferd und Mensch wurde die Schleppjagd im Nürnberger Stadtwald auf den 10.09. verschoben.

 

Die Präsentation unserer Hunde am Sonntag war ein trotzdem ein voller Erfolg. Die Hitze war unseren Beagles kaum anzumerken – bestens versorgt mit Wasser und Schatten – und so konnte unser Master Uwe Hochbrückner mit seiner Equipage die eifrigen Beagles im großen Reitring, geschlossen und gehorsam, vorstellen. Über das Mikrofon wurde die Vorführung fachlich von unserer Jointmaster(in) Christine Wägelein moderiert. Die interessierten Zuschauer konnte sich so eindrucksvoll ein Bild zu unserem sportlichen Jagdreiten hinter einer Hundemeute machen. Das große positive Feedback zu unserer Arbeit freut uns besonders! 


Der verschobene Jagdtermin auf den 10.09. stand also fest und der Wettergott beschenkte uns wieder mit reichlich Sonnenschein, deutlich abgekühlter aber dennoch einigen warmen Stunden.

Bereits die Anfahrt beeindruckte, runter von der Autobahn auf die Schnellstraße Richtung Nürnberg Flughafen durch hoch gewachsenen Wald fahrend. Vorbei an Wohnhäusern und Gaststätten – gefühlt in der Großstadt ankommend, war der Reitclub Tattersall wunderbar abseits des städtischen Treibens, eingebettet im Nürnberger Reichswald, zu finden.

 

Der ca. 317 ha große Reichswald (in der älteren Literatur oft auch Reichsforst genannt) war im Heiligen Römischen Reich ein Waldgebiet, das zum Reichsgut gehörte, also dem Königsgut der römisch-deutschen Wahlkönige, ohne Bestandteil eines Fürstentums, eines Herzogtums oder einer Grafschaft zu sein. 

Unser Master Uwe Hochbrückner war bei seiner Ansprache und Begrüßung sehr erfreut darüber, dass die Frankenmeute nach über 20 Jahren wieder zu einem Jagdtermin geladen wurde und bedankte sich beim Vorstand des Vereins Dr. Dirk Hinrichs und unserem Pikör Herma Leitermeier für die Durchführung und Organisation. Ein besonderer Dank ging an die sichtlich überraschte Sybille Luxenburger. Sie unterstützt im Hintergrund tatkräftig ihren Partner Rainer Herbst, der in diesem Jahr die Strecke zusammengestellt und Schleppe gelegt hat und umsorgt als selbsternannter „Hauself“ unseren Benno Fischer mit seinem Pferd Lucky. Diesen Blumenstrauß hat sie sich wirklich verdient!

Das kleine Jagdfeld machte sich hinter den Schleppenlegern Rainer Herbst und Michael Hess (Frankenmeute) und der Beaglemeute mit ihrem Master und Equipage auf den Weg, vorbei an Wohnungen, Parks und einem Kindergarten direkt hinein in den Naturwald der Nürnberger.

 

Die ersten beiden Schleppen lagen noch im Waldgebiet auf der südlichen Seite der A3. Herrliche schmale, wie gewachsene Waldpfade, die immer wieder von größeren weißen (Schotter) Wegen gekreuzt wurden, auf denen die Zuschauer warteten um das Jagdgeschehen zu beobachten. Die Reiterlichen Jagdhornbläser Nürnberg standen immer perfekt platziert und begleiteten die Beaglemeute und die Reiter musikalisch mit ihren Klängen, die sich traumhaft im Wald verliefen.

Aus der vorläufigen Bläsergruppe am Tattersall Nürnberg gründeten sich im Jahr 1976 die Reiterlichen Jagdhornbläser Nürnberg die sich der bundesweitern Jagdhornbläsergilde anschlossen, die wiederrum der Fachgruppe Jagdreiten der deutschen Reiterlichen Vereinigung FN angehören. Die Reiterlichen Jagdhornbläser Nürnberg sind auch Mitglieder seit der Gründung des Schleppjagdvereins Frankenmeute e. V. – eine lange Verbundenheit beider Vereine, die für die Erhaltung unserer jagdlichen, musikalischen und reiterlichen Traditionen einstehen.

Nach Überquerung der Autobahn bescherten die superschnellen und jagdeifrigen Beagles, denen der hochgewachsene schatten spendende Kiefernwald mit seinen, zum Abkühlen einladenden Naturgewässern, beste Voraussetzungen schaffte, den Jagdreitern weitere sportliche Schleppen, mit herrlich platzierten Hindernissen, die sich perfekt in den Wald einfügten. Der griffige sich abwechselnde Sand- und in den Lichtungen mit Gras bewachsene Boden lies die Pferde schnell galoppieren und die Reiter waren mit gutem Reiten bei Wegverzweigungen, Wendungen und durchparieren gefragt.

 

Die geschickte Art des Schleppenlegens unseres Ehrenpikörs Rainer Herbst lies die feinen Hundenasen bis zur letzten Schleppe arbeiten, bei der ein einfaches geradeaus flitzen die Meute über die Spur schießen lies. Nach kurzem Suchen in der falschen Abzweigung kam der Scent des Trittsiegels unseren Beagles wieder in die Nase. Welch ein jagdreiterlicher Hochgenuss die fleißigen Hunde bei der Arbeit zu sehen! 

Die Gesichter der Menschen strahlten um die Wette ob dieser herrlichen Veranstaltung, die, so wünschen wir es uns, im nächsten Jahr zur Wiederholung ansteht!

Text: Frankenmeute

Fotos: Frankenmeute, Birgit Weinmann